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landlive.de

Forum: Huf, Hufbeschlag und Hufgesundheit

Hufe pflegen
dikay119.04.14 #
mir ist aufgefallen, das es immer mehr von den hufpflegerrinnen gibt...
meine frage ist warum ?
denn mein schmied hatte schlosserlehre ,anschließend Hufschmied.. und nun kommen diese mit siehe hier...

Erforderliche Anzahl von Kurstagen für die Ausbildung zum


Hufpfleger = 26 Tage


Huftechniker = 26 Tage
(Prüfungsvoraussetzungen: Nachweis über bestandene Hufpflegerprüfung)

aus..???
gruss aus,m odenwald
Amy200820.04.14 @ dikay1 #
Hallo,

meine Freundin ist Huforthopädin und muss desöfteren noch auf Schulungen, sie hat sich dafür entschieden, macht das aber nicht hauptberuflich, weil hier die Hufschmiede so unzuverlässich sind und oft leider auch nicht gut mit den Pferden umgehen können bzw. keine Ahnung hatten bei Fehlstellungen.

Das mit der Unzuverlässigkeit mancher Hufschmiede kann ich auch durchaus bestätigen. Hatte drei, die die Termine nicht einhielten und dann noch nicht mal telefonisch erreichbar waren...

Hatte eine Zeit lang dann welche die über 100 Km Anfahrt hatten und da rede ich nur von Hufe beschneiden. Weil meine halt keine Eisen brauchen. Wieviele Pferde tragen Eisen und wofür?

LG
Mucki9921.04.14 @ dikay1 #
Im übertragenen Sinne ist der eine Kfz-Mechatroniker, der andere hat nen Reifendienst.
Wenn ich nur Ausschneiden brauche, kanns mir egal sein, ob der Schmied evt. noch erheblich mehr kann.

Die Arbeitsweisen unterscheiden sich zum Teil auch erheblich. Der eine freut sich, wenn der Hufpfleger beim Ausschneiden den Huf mehrfach absetzt und von allen Seiten nochmal draufsieht, der andere interpretiert das so, dass der gute offensichtlich seiner eigenen Arbeit mißtraut .

Vielfach ist es bei Schmieden leider wirklich so, dass sich der Kundenstamm umgekehrt proportional zur Zuverlässigkeit und Arbeitsgenauigkeit entwickelt. Je mehr, desto weniger....

Wenn Du also nen guten Schmied hast...freu Dich drüber und halt ihn fein bei Laune, er zählt zu ner aussterbenden Art
maramay22.04.14 #
Zeigt her Eure Hufe ...
Hier gibts zwar etliche Schmiede, die jedoch alle völlig überlaufen sind. Manche sind sehr genau und pünktlich mit ihren Terminen, andere - na ja . Die Qualität der Arbeit ist auch sehr verschieden.
Es gibt halt solche und solche.

Wir hatten immer Schmiede, die sehr gut beschlagen konnten. Da wir jedoch die Reitpferde alle barfuss reiten, mußten wir feststellen, das sie nicht ausschneiden konnten oder wollten. Immer viel zu knapp, so daß die Pferde bis zu zwei Wochen sehr fühlig liefen. Da half auch alles reden nicht .

Das hat uns nicht gefallen, so haben wir selbst angefangen, auszuschneiden. Mittlerweile klappt das so gut, daß wir alle Pferde selbst ausschneiden und auch die Fahrpferde ohne Eisen laufen.
Allerdings fahren und reiten wir aus Spaß an der Freud, so daß Hornwachstum und Abrieb sich die Waage halten.
Wollte man mehr fahren, z. B. Turniere oder gewerblich, müssten wir wahrscheinlich wieder beschlagen, da die Pferde dabei ja auf der Straße laufen.

Hufe beschlagen ist eine Wissenschaft, da geht man als Laie nicht dran! Dafür machen die Schmiede eine umfassende Ausbildung.
Aber sorgfältige Hufpflege erfordert genausoviel Können. Ob nun Schmied, Pfleger oder Orthopäde die Hufbearbeitung durchführt, ist egal, wenn das Ergebnis stimmt.
Am Ende ist es auch eine Frage der gegenseitigen (Mensch-Pferd-Schmied) Sympathie, wem man sich anvertraut.

Es gibt zu diesem Thema ein sehr gutes Buch: Problemlos eisenlos von Constanze Rasch. Es ist umfassend und sehr verständlich geschrieben. Man kann daraus wirklich etwas lernen, auch wenn man beschlagen will.
Es kostet 39,90 €, aber die Investition lohnt sich!
dikay122.04.14 @ maramay #
hallo maramay
du hast völlig recht .. es gibt solche und solche.. aber eine fundierte ausbildung sollte die grundlage sein..

ich hatte immer den selben..Schmied... schon Jahrzehnte egal ob bei den Galopprennen früher, Rentner...heute.
sehe nur die neuen berufe auf,m land ... von denen ich keine Ahnung habe...und wenn keiner mehr weiter weiss ... ob Kaltblut oder blüter ... wen rufen sie an... naja...
hier soll ein jeder nach seiner fasson glücklich werden...

Meffi23.04.14 #
Moin,

scheint seit dem Internet iwie "in" zu sein, sich in Reitforen über Schmiede negativ zu äußern ... ich hatte dazu noch nie einen Grund ... aber vllt. leb ich ja auch auf der Insel der Glückseligen ... kann mich weder über Unpünktlichkeit noch über schlechte Arbeit beschweren ... und gerade wer sich über ersteres beschwert sollte sich doch mal überlegen, das man da einen "Handwerker"(!) beschäftigt, welcher seine Arbeit an einem lebenden Tier verrichtet, der womöglich vorher noch bei einem anderen Kunden war, bevor man selber dran ist, diese Arbeit ist häufig keine Routine und es kann immer mal was passieren, das die gerade zu leistende Arbeit mal länger dauert, weil etwas daran noch größere Sorgfalt (und damit etwas mehr Zeit) erfordert, da muss der Nächste halt mal warten, so what?
Schlechte Ausführung ist auch erstens immer relativ in einer Zeit, wo es anscheinend die Laien alles besser wissen als der Fachmann ... bzw. da verrichten Menschen eine Arbeit und denen kann halt auch einmal etwas daneben gehen, sind schließlich keine Maschinen ... es stellt sich die Frage des Umgangs damit, wenn es passiert ... und auch, wie man sich dann als Kunde verhält.

Ich stehe mit meinem Pferd an einem großen Stall, da kommen bis zu 5 verscheidene Schmiede (ist wohl auch der individuellen persönlichen Sympathie geschuldet) das da einer schlechte Arbeit abliefert oder unpünktlich ist hab ich in der ganzen Zeit noch von keinem gehört ... und nen Hufpfleger- orthopäden hab ich an dem Stall noch nie gesehen, warum wohl nicht?
Kasparow23.04.14 #

würde ich so ähnlich sehen wie Meffi , wobei , ich bin kein Schmied , traue mir aber durchaus gut zu einen Beschlag beurteilen.
Ich finde es gibt Schmiede wie Sand am Meer , es gilt nur die guten raus zu filtern und das sind SEHR wenige . Obwohl alle die selbe Schule durchlaufen sind eben nicht alle gleich , wie in jedem anderen Beruf auch . Mir kommt vor die schlechten werden immer mehr .
Meiner ist auch unpünktlich , aber auf den warte ich gerne und in Handys Zeiten ist das doch kein Problem. Zum Glück brauch ich den sehr wenig , weil bei mir nur wenig Pferde beschlagen sind und Ausschneiden tue ich selbst .
maramay23.04.14 #
wobei manche Schmiede durchaus eine ausgeprägte Handy-Allergie zu haben scheinen
Keiner will hier ein "Schmiede-Bashing" veranstalten. Und wer einen guten Schmied hat, sollte ihn nicht weiterempfehlen, nicht, das er nachher zu viel zu tun hat und keine Zeit mehr für seine "alten" Kunden .

Man muß sich vor Augen halten, daß auch die Hufpfleger eine Ausbildung durchlaufen, die teils sehr aufwändig ist. Zu den anfangs angemerkten 26 Std. kommen lt. Recherche im Net noch Hospitationen bei erfahrenen Schmieden, die diese dokumentieren und bestätigen müssen. Die gesamte Ausbildung kostet einen Hufpfleger über 4.000 €! Das ist schon ne Marke. Da muß jemand viel Interesse und Herzblut aufbringen, bevor er sich Hufpfleger nennen kann.
Dort gibt es genauso "sone und sone"!!! Wie Kasparow sagt, man muß sich nen guten rausfiltern - und ihn dann gut pflegen!
Kasparow23.04.14 #

da fällt mir noch a Gschicht zu ein : wir waren auf einen für uns weit entfernten Turnier und warteten zwischen zwei Prüfungen auf unseren Einsatz . Ich stand am Abreiteplatz mit zwei meiner Pferde im "Arm" als ich merkte dass ein Mann meine Pferde kritisch musterte . Aus der vorhergehenden Passkontrolle wusste ich dass es der Turnierveterinär war .
Nach einer Weile sprach er mich an und fragte wer denn die Pferde beschlagen hat , worauf ich zurück fragte warum er das denn wissen wolle. Ich dachte schon was will der mosern , es ist alles bestens. Er sagte weil er selten so korrekt beschlagene Pferde gesehen hat . Darauf hin gab ich ihm die Tel Nr meines Schmiedes .

Das fand ich sehr nett , dass so jemand auch mal das Positive achtet .
ArisundAntylar14.05.14 @ Kasparow #
Mal mein Kommentar dazugebentu .
Schöne Geschichte find ich gut.

Also ich, tut mir leid, schwöre auf Hufschmiede und nicht die Alternativen wo jeder sein eigenes Zeug zusemmenraspelt.
Habe auch schon solche und solche kennengelernt und habe aber das Glück gehabt das mich trotzdem jemand zum Praktikum genommen hat obwohl der nem Mädchen das nicht wirklich zugetraut hat das es festhalten kann. Besagter Schmied macht das nun in der dritten Generation und haben auch noch einen reinen Metalbetrieb und züchtet selber.

Zur Pünktlichkeit habe ich festgestellt ist das wie mit Tierärzten - es kann mal bei dem einen länger dauern und dann verschiebt sich der ganze Tagesablauf nach hinten, aber erreichbar ist der immer oder er ruft zurück. Auch der Schmied bei mir im Ausbildungsbetrieb war immer erreichbar oder hat zurückgerufen.

Mit der Freundlichkeit zu den Pferden ist immer so eine Sache die denke ich jeder Pferdebesitzer steuern kann, den man muss mal bedenken *tschuldigung voraus* wie viel "unerzogene Böcke" jeder Schmied jeden Tag vorgestellt bekommt, das da nach dem 5 die Geduld reißt ist nicht schön aber manchmal verständlich. *Mächte hier keine Gewalt in Schutz nehmen gegen Pferde*.
Aber man merkt dieses Problem erst wenn man mal alle Pferde im Stall aufgehalten hat bzw. auch im 2 und dritten Stall.

Vom Pony was keiner mehr anfasst weil es gelernt hat wie man Leute von den Hufen weghält bis zum Hufrollenpferd von 1,80 Stockmaß was zwar noch zum L-Springen gezwungen wird aber sich beim Beschlagen mit seinem ganzen Gewicht auf ein Bein hängt bzw vom Zappelonkel von der Leckerlietante ist da alles dabei. Schön wird es dann wenn diese Leute auch noch im Stall sind klug daneben stehen und meinen sie wissen alles besser aber konnen ihr Pferd nichtmal allein aufhalten aber das Pferdchen ist ja soooooo lieb.

Leider bekommen es dann auch oft die netten freundlichen wohlerzogenen Pferde ab- wo für ich wenig Verständniss habe, und aber auch immer versucht habe bei den Pferden für die ich zuständig war (habe kein eigenes) dabei zu sein, selbst aufzuhalten und Probleme zu vermeiden.

Hin und wieder hilft auch ne Tasse Kaffee und ein freundliches Gespräch was Unpünktlichkeit oder unschöner Umgang angeht- sollte das nix bringen (man sollte aber auch selbst Kritik vertragen) würde auch ich sehen das ich den Schmied wechsele.

Und ja es gibt auch Schmiede die die Nägel am Beschlagsplatz rumfliegen lassen und deren Eisen nicht sehr lange halten wo sie hingehören (Habe aber festgestellt das dies oft die angestellten Schmiede sind und nicht der Chef oder Selbstständiger Schmied).

Hatte auch erst überlegt den alternativen Weg zu gehen und Hufpflege zu lernen und habe aber min. zwei Gründe gefunden es nicht zu tun: 1 was nützt es wenn man ausschneiden kann aber die Pferde was haben und Eisen brauchen? Wenig die Kundschaft läuft weg (aus selben Grund ziehe ich auch einen guten Schmied allem anderen vor weil ich es da wie mit meinem TA halte- ich wechsele nicht gerne).
2. es hat einen guten Grund warum ein Hufschmied drei Jahre Metalverarbeitung lernen muss und ein Jahr bei einem staatl. gepr. Hufschmied arbeiten - es ist eine Wissenschaft für sich welche man nicht mal schnell so lernt und auch viel vom Händchen dafür abhängt.

Kleiner Tipp zum Schluss: gute Hufschmiede findet man wenn mal bei den Pferdekliniken anfragt oder auch den normalen Tierkliniken die auch Pferde behandeln- wen die haben.

PS: kann auch selber ausschneiden aber tuh es nicht ausser im Notfall- der Schmied kanns doch besser.
(ausserdem sollte man dazu die Gesetzeslage beachten) und wer am guten Schmied spart zahlt später drauf.

LG Bea