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Dem Himmel so nah - Teil 3 Dem Himmel sehr nah - Teil 3 Dem Himmel so nah - Teil 3
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17.06.2011, 14.15 Uhr

Dem Himmel sehr nach - Teil 3

Am Nachmittag, nach einer längeren Pause, erwachen unsere Lebensgeister aufs Neue. Während wir noch einen Tee trinken, werden unsere Pferde bereits wieder eingefangen und gesattelt. Im schönsten Nachmittagslicht reiten wir zum See, der von einer leichten Salzkruste umgeben ist und wie ein blaues Juwel vor den Bergen leuchtet. Auf dem Weg dorthin stoßen wir auf eine etwa 15 Tiere große Kiang-Herde. Das sind tibetische Wildesel, die sehr scheu sind und jeden Annäherungsversuch
unsererseits mit Flucht quittieren. Also lassen wir sie in Ruhe.

Am See gibt es auch einige Wasservögel – Gänse und eine Art Seeschwalbe. Wir erkunden den See, nutzen die eine oder andere
Gelegenheit für einen Galopp und fühlen uns dem Himmel irgendwie sehr nahe. Dieses Gefühl mag auch an der klaren, dünnen Luft in dieser Höhenlage liegen. Man ist gezwungen alles etwas langsamer und bewusster zu tun – ein Prozess der Entschleunigung. Beim letzten Galopp vorm Zeltlager stürzt mein Mann Jörg von seinem Pony. Da wir direkt an den Zelten sind, kann unser Führer Morup gleich einen Jeep organisieren, mit dem wir unverzüglich zur Krankenstation am Tsokar See aufbrechen.

Leider ist diese nicht besetzt und so fahren wir zum Röntgen ins Krankenhaus nach Leh. Sechs Stunden fahren wir bei dunkler Nacht über den Tanglang La Pass nach Leh. Dort angekommen, wird Jörg gleich geröntgt. Die Ärztin diagnostiziert einen komplizierten Handbruch und schlägt eine OP in Deutschland vor. Unser Führer und der Veranstalter vor
Ort kümmern sich rührend um uns, besorgen ein Hotelzimmer, Essen und Trinken, obwohl es inzwischen weit nach Mitternacht ist.

Am nächsten Tag helfen sie unsdann dabei Telefongespräche nach Deutschland zu führen. Das ist in Leh nicht ganz einfach. Nur von
bestimmten Telefon-Läden mit Lizenzen dürfen Gespräche ins Ausland geführt werden. Dank unserer ADAC-Auslandskrankenversicherung erhalten wir schnell einen Flug nach Deutschland.


Die Flutkatastrophe von Leh

Freundin Annette hat uns später vom Rest der Reitstrecke vorgeschwärmt,
von richtig fetten Murmeltieren im Murmeltiertal, den wundervollen Schwarzhalskranichen am Tsomori Ri See und den Farben der Landschaft…
Der Service während der Reise war unbeschreiblich, so wurden wir auf noch keiner unserer Reiterreisen verwöhnt (BAYERNS PFERDE 10/2009).

Annette erzählte zum Beispiel, dass sie mal für die Nacht eine Wärmflasche bekam, nachdem sie erzählt hatte, sie hätte kalte Füße im Schlafsack gehabt. Obwohl mein Mann und ich früher nach Hause geflogen sind, war es eine wunderschöne Reise. Die Ponys sind unglaublich mit ihrer Kraft und ihrer Gehfreude. Die Menschen waren freundlich und hilfsbereit und überall schallte uns der Gruß „Juley“ entgegen.

Zwei Wochen später, Anfang August, kam es zu der Flutkatastrophe in der Hochwüste von Ladakh. Der Fluss Indus trat über die Ufer und auch das staatliche Krankenhaus von Leh, in dem die Röntgenaufnahmen für meinen
Mann angefertigt worden waren, wurde durch eine Schlammlawine völlig zerstört. Da durch das trockene Klima viele Häuser aus ungebrannten und nur getrockneten Lehmziegeln erbaut werden, hatten die Regenfälle so verheerende Auswirkungen. Besonders betroffen war die Hauptstadt Leh.
Die Nomaden auf der Changtang Hochebene blieben von der Flut jedoch verschont.

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Ute Kelm / "Bayerns Pferde" Heft 2/11
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Redaktion_BayernsPferde

Redaktion_BayernsPferde

Alter: 49 Jahre,
aus München

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